Alte Straßenbahn/ Vakuumkugel
Foto: Rudolf Dollan
Sandmann-Folge 297
Alte Straßenbahn/Vakuumkugel ("Otto von Guericke")/Magdeburg I, 1988
Die Wiederherstellung der Zentren der bedeutenden, vom Krieg zerstörten Städte Dresden, Chemnitz/Karl-Marx-Stadt und Magdeburg wurde mit nicht unberechtigtem Stolz immer wieder aufgeführt, wenn es um herausragende Bauvorhaben in der DDR ging. Anders als in Polen, wo insbesondere in Warschau und Danzig die ursprünglichen Stadtkulissen detailgetreu rekonstruiert wurden, beschritt man in der DDR der 60er und 70er Jahre andere Wege. Man setzte in den drei Bezirksstädten eher auf architektonische Novitäten und rationelle Bauweisen.
Ursprünglich als moderne Stadtzentren mit urbaner, dem vermeintlichen Zeitgeist entsprechender Atmosphäre erdacht, sind sie heute in ihrer Sozialkonflikte beschwörenden Zerrissenheit, der ungegliederten Ruhelosigkeit und dem seinerzeit nicht erahnten Zerfall zumindest umstritten. Zur Würdigung des 40. Jahrestages der DDR machte der Sandmann sich zu Ende der 80er auch auf Entdeckungsreise in jene Hochburgen sozialistischer Städteplanung und stattete vor allem der heute sächsisch-anhaltinischen Landeshauptstadt Magdeburg einen Besuch ab.
Die kühle Sachlichkeit der uniform wirkenden Bauten ein wenig kompensierend, trifft er mit einer phantasievollen "alten" Straßenbahn ein. Die Schöpfer hatten den Weg des Traumsandstreuers ins Stadtzentrum vorher genauestens studiert: er kam von der Wilhelm-Pieck-Allee über die Hartstraße, dann über Alten Markt auf die Karl-Marx-Straße ...