Sandmann-Folge 145
Delphin-Luftschiff, 1974
Zum 25. Jahrestag der DDR reiste der Sandmann in einem neuartigen Gefährt über die festlich-geschmückte Republik, das im Lande entwickelt wurde: "Ein solches ‚Delphin-Luftschiff', das mit Helium aufsteigt und durch delphinartige Wellenbewegungen sowohl in große als auch in sehr langsame Geschwindigkeiten gebracht werden kann, wird zur Zeit in Zusammenarbeit mit der UdSSR in der DDR entwickelt."
Dieser kurze Drehbuchvermerk widerspiegelte allerdings nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich gab es nach der enttäuschenden, nicht zuletzt durch die SU bewirkten Einstellung des Flugzeugbaus im März 1961 in der DDR eine neuerliche Euphorie unter den Konstrukteuren, als um 1965 Luftschiffprojekte mit einem Wellenstrompropeller-Antrieb publik wurden. Diese geniale Erfindung des Dresdener Aerodynamikers Dr. Wilhelm Schmidt war als Modell 1966 fahrbereit und erlaubte es, diesen Antrieb für ein Land/Luftfahrzeug einzusetzen. Mit einer Anfangsdrehzahl sollte sich das Fahrzeug auf der Straße in Bewegung setzen, um dann mit erhöhter Drehzahl des Wellpropellers den nötigen Auftrieb zu entwickeln und als Flugzeug abzuheben. Nach einer neuerlichen Belebung der Luftschiffidee in Verknüpfung mit dem Wellpropellerantrieb 1973/74 breitete sich der Mantel des Schweigens über dieses Projekt.
Eines der wenigen erhaltenen Modelle des Fluggerätes ist das Sandmann-Objekt. Damit stiftete der Fahrzeugbauer des Sandmanns - Harald Serowski - der DDR-Flugzeugindustrie ein kleines Denkmal.