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Gute Nacht!

Kremser/ Thälmann-Park

Der Sandmann im Thaelmannpark

Foto: ohne Angabe

Sandmann-Folge 287,
Kremser/Thälmann-Park (750-Jahre Berlin), 1986


Der Dichter Volker Braun zeigte im Jahre 1982 auf einem fiktiven Spaziergang im Berliner Prenzlauer Berg seinem französischen Gast mit unverhohlener Ironie ein werdendes Monumentaldenkmal: "Der russländische Großbildhauer Salbei hat es für uns entworfen."

Tatsächlich war es der 1917 geborene sowjetische "Skulptor" Lew Kerbel, der nach seinem Karl-Marx-Streich im heutigen Chemnitz die Berliner mit einer 13 m hohen und 50 Tonnen schweren Büste des Arbeiterführers Ernst Thälmann beglückte. Fasziniert fuhr der Sandmann anlässlich der 750-Jahr-Feier auf einer Kremser-Kutsche an diesem, 1986 eingeweihten Bronze-Koloss vorbei, um die Kinder im neuen, ebenfalls nach dem Idol benannten Wohngebiet auf ihrem neuen Abenteuerspielplatz zu besuchen. Damit sollte verdeutlicht werden, "dass hier in beispielhafter Weise, ohne Kosten und Mühe zu scheuen, das sozialpolitische Prinzip unseres Staates verwirklicht wurde."

In der Tat wurden beim Bau der über 1300 neuen Wohnungen des "Thälmann-Parks" vor allem demokratische Prinzipien gescheut, denn trotz zahlreicher Proteste wurden im Juli 1984 dortige, einhundertjährige Gasbehälter der einstigen Städtischen Gasanstalt gesprengt. Für die historischen technischen Denkmäler, die mit der Einführung des Erdgases in Berlin seit 1979 ihre eigentliche Funktion verloren hatten, gab es durchaus interessante Nutzungsvorschläge. Kerbels Monument indes überstand seit 1990 sämtliche Abrisspläne.