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Gute Nacht!

Service-Auto

Sandmann im Service-Auto

Foto: ohne Angabe

Sandmann-Folge 268
Service-Auto, 1985


In den Achtzigern erkannten die Wirtschaftsplaner in der DDR immer mehr die volkswirtschaftliche Bedeutung des Dienstleistungs- und Servicebereichs als nicht zu unterschätzende sozialökonomische Komponente. Mit seinem Auftritt als TV-Lieferant trug der Sandmann dieser Entwicklung Rechnung. Er hatte überdies eine Ware an den Mann (und die Frau sowie die Kinder) zu bringen, die manches Herz höher schlagen ließ - Farbfernsehgeräte. So sollte ursprünglich der Freund der Kinder mit einem Gefährt anrollen, das deutlich die Aufschrift "Tele-Color-Service-Auto" zu tragen hatte. Doch die verantwortliche Redakteurin sah es anders, ihre Bemerkung auf dem Drehbuch sprach Bände: "Warum ‚Tele-Color'? Nur 3% der Bevölkerung sieht Farbe. ‚Tele-Service' wäre besser."

Letztlich prangte im fertigen Film nur "Service" auf dem Auto; die Macher wollten offensichtlich jeglichem Streit aus dem Wege gehen. Und der Karton, den Vater und Sandmann aus dem Wagen hievten, enthielt zwar wohl noch einen Fernsehapparat, trug aber mitnichten die ursprünglich vorgesehene Aufschrift "Tele-Color". Im übrigen spielte die Folge ausdrücklich "in einer Kleinstadt", auch hier den veränderten Sichtweisen der 80er Rechnung tragend und den immer wiederkehrenden Kulissenklischee des Neubaus aus dem Wege gehend. Doch war die Intention halbherzig. Überdeutlich und unübersehbar ragten im Hintergrund die Kolosse von monströsen Neubauten in den Nachthimmel ...