Als plötzlich Schnee fiel, bekam die rot-gelbe Straßenbahn in der Stadt Lust rodeln zu gehen. Das war im Abendgruß des DDR-Fernsehens am 8. Februar 1984.
Jeden Tag brachte sie die Kinder zur Endstation am Schillerplatz, wo diese sich nach Herzenslust im Schnee austoben konnten. Doch die Straßenbahn wurde dabei immer wehmütig. Auch sie wollte unbedingt einmal im Schnee spielen. Eines Nachts, in ihrer Ruhepause von Mitternacht bis morgens um drei, schlittert sie auf der gefrorenen Schneebahn und freut sich. Anschließend kehrt sie – erschreckt von ihrem eigenen Spiegelbild – zurück. Nur der Mond hat zugesehen...
Der Altmeister und „Vater“ des DDR-Puppentrickfilms Jan (Johannes) Hempel hatte 1983/84 in seinem eigenen Dresdner Studio drei kurzweilige Flachfiguren-Trickfilme, u. a. den über die rodelnde Straßenbahn, für das Sandmännchen nach Geschichten der bekannten Kinderbuch- und Abendgruß-Autorin Ingeborg Feustel produziert.
Hempel übernahm selbst auch die bildnerische Gestaltung, die Animation und die Kameraführung.