Am 3. September 1965 gab es einen kleinen Skandal nach dem „Sandmännchen“-Programm des SFB. Die Sendeleitung erreichte nach der Ausstrahlung etwa 25 Anrufe von besorgten Pädagogen und Eltern, die argumentierten, dass eine Szene „praktisch eine Anleitung für Kinder sei, sich umzubringen“. Was war geschehen?
Tatsächlich lief eine Folge der sonst sehr beliebten Handpuppenserie „Käpt’n Smoky“, zu der Karl Heinz Gies die literarische Vorlage geliefert hatte und die von Mitgliedern der Westberliner Bühne „Die Kullerköpfe“ unter Michael Orth gespielt wurde. Im Mittelpunkt standen der auf dem Leuchtturm Süderland wohnende, pensionierte Käpt`n Smoky mit seinem Papagei Admiral und der Maus Josefine. In der anstößigen Episode „Äquatortaufe“ hatte Josefine sich beim Spielen eine Plastiktüte aufgesetzt, damit Admiral sie nicht nassspritzen konnte.
Die „Bild“-Zeitung sprach gleich am nächsten Tag von einer „Anleitung zum unfreiwilligen Kindes-Selbstmord“ und setzte nach: „Weiß der Sender nichts von den tödlichen Unfällen durch Plastiktüten?“ Im SFB wurden ein paar Tage darauf die Kinder über „die große Dummheit der kleinen Maus Josefine“ aufgeklärt.